Allgemein
16.11.2017

Offener, großzügiger Ansatz überzeugt Jury

Büro aus Berlin gewinnt Wettbewerb Lindenhofplatz
Als eine Art Tor zum Glückstein-Quartier sowie dem Stadtteil Lindenhof ist der Lindenhofplatz als großer, langgestreckter Platz mit repräsentativem Charakter geplant.

Die Gestaltung des Lindenhofplatzes bildet einen der wesentlichen Bausteine der Stadtentwicklung im Stadtteil Lindenhof. In einem nichtoffenen freiraumplanerischen Realisierungswett bewerb mit Ideenteil wurden nun Konzepte entwickelt, die sowohl funktional  als auch räumlich und gestalterisch der Bedeutung des Platzes angemessen sind. Das Büro POLA Landschaftsarchitekten aus Berlin hat mit seinem Entwurf die Jury unter Vorsitz von Prof. Markus Neppl überzeugt und wurde mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Insgesamt hatten 16 nationale und internationale Büros ihre Entwürfe eingereicht.

Als eine Art Tor zum Glückstein Quartier sowie dem Stadtteil Lindenhof ist der Lindenhofplatz als großer, langgestreckter Platz mit repräsentativem Charakter geplant. Neben dem Realisierungsteil des Wettbewerbs, der den Bereich Hauptbahnhof im Osten bis zu den westlich angrenzenden Grünbereichen des südlichen Schlossgartens und der Rheinpromenade behandelte, wurde ein Ideenteil ausgelobt. Nach Süden hin wird sich  der neue  Stadtraum  um einen weiteren Platzbereich erweitern, der in den Stadtteil Lindenhof übergeht.  Dieser Bereich bildete den Ideenteil des Wettbewerbs.

Für den Realisierungsteil des Wettbewerbs sollte eine sowohl funktional als auch räumlich und gestalterisch der Bedeutung des Platzes angemessene Konzeption entwickelt werden. Dies ist dem Büro POLA Landschaftsarchitekten  mit  dem Entwurf eines grünen Stadtplatzes, der zwischen Schlossgarten und Stadtlandschaft vermittelt, gelungen. Die Jury überzeugte der offene, großzügige Ansatz, dem es mit einfachen Mitteln gelingt, sowohl den Bezug von Hauptbahnhof und Stadtzentrum zur Park- und Flusslandschaft herzustellen, als auch die wichtige  Wegebeziehung in das Lindenhof-Quartier zu betonen. Dies gelingt durch die geschickte Verbindung der vorhandenen Baumreihe im Norden des Platzes mit neuen Baumpflanzungen, die von Hochbeeten gerahmt werden. Diese bieten idealen Pflanzraum für die neuen Bäume und zugleich schattige Sitzgelegenheiten. Im westlichen Teil des Lindenhofplatzes werden die dort vorhandenen Bäume ebenfalls durch Neupflanzungen ergänzt. Der Grünraum des Schlossgartens wird so in den Platz hinein und an die Innenstadt herangeführt. „Der relativ hohe Grünanteil schafft eine hohe Aufenthaltsqualität auf dem Platz auch in der warmen Jahreszeit und leistet einen positiven Beitrag in Bezug auf das Stadtklima“, betonte die Jury und fand besonders die Gestaltung der sich südlich anschließenden Räume im Ideenteil gelungen. „Die aufgelockerte, dennoch geordnete Baumgruppe am Ende der Meerfeldstraße trennt den Bereich klar vom eigentlichen Platzraum des Lindenhofplatzes, während der großzügige Gehwegbereich östlich der neuen Stadtbahntrasse die Verbindung  zwischen Meerfeldstraße und Lindenhofplatz schafft. Im Übergangsbereich zum Platzraum findet auch die Glücksteinallee ein klar definiertes Ende.“ Klaus Elliger, Fachbereichsleiter Stadtplanung, lobt ebenso den Siegerentwurf: „Dem Büro POLA Landschaftsarchitekten gelang es am überzeugendsten, die vielfältigen Anforderungen  an  die  komplexe städtebauliche Situation zu erfüllen.“

Dr. Wolfgang  Miodek, stellvertretender  Fachbereichsleiter der Wirtschafts- und Strukturförderung, schließt sich an und freut sich über die weitere Aufwertung des Glückstein-Quartiers: „Der Lindenhofplatz bildet als südlicher Bahnhofsvorplatz das Entree zum Lindenhof und zum Glückstein-Quartier. Zwischen Viktoriaturm und den im Bau befindlichen Büro- und Hotelgebäude No. 1 wird ein attraktiver neuer Zugang zum Bahnhof geschaffen, der zugleich eine hohe Aufenthaltsqualität für die Einwohnerinnen und Einwohner sowie die Beschäftigten im Glückstein-Quartier aufweist. Die im Hotelgebäude No. 1 eröffnende Gastronomie hat auf dem neuen Platz die Möglichkeit zur Außenbewirtschaftung, was dem Lindenhofplatz  zusätzliche  Attraktivität verleihen wird. Damit wird auch das gesamte Quartier weiter aufgewertet.“ Im Anschluss an den Planungswettbewerb ist ein Verhandlungsverfahren mit den Preisträgern vorgesehen. Das Büro Bierbaum Aichele landschaftsarchitekten aus Frankfurt wurde mit dem zweiten Platz und das Büro Annabau  Architektur und Landschaft aus Berlin mit dem  dritten  Platz  ausgezeichnet. Anerkennungen  gingen an impuls Landschaftsarchitektur aus Jena und faktorgruen aus Freiburg. (Amtsblatt Ausgabe Nr. 177 - ps)